Die kurze Antwort
Wenn du nur drei Flows baust, dann diese: Willkommen, Warenkorbabbruch und Post-Purchase. Sie bringen zusammen meist 50 bis 60 % des Flow-Umsatzes. Danach kommen Browse Abandonment, Winback, Replenishment, VIP und Bewertungsanfrage. Insgesamt sollten Flows 60 bis 80 % deines E-Mail-Umsatzes ausmachen; Newsletter den Rest.
Flows liefern 20 bis 30 % des Shop-Umsatzes bei Brands mit gepflegter Liste. Der größte Sprung passiert zwischen zwei Flows (Standard) und sechs Flows (System).
Die acht Flows in der richtigen Reihenfolge
1. Willkommens-Flow
Für neue Abonnenten ohne Kauf. Drei bis fünf E-Mails über sieben bis zehn Tage: Begrüßung mit Angebot für Erstkäufer, Markengeschichte und Bestseller, Social Proof, letzte Erinnerung an das Angebot. Wer kauft, verlässt den Flow automatisch. Typischer Anteil am Flow-Umsatz: 15 bis 25 %.
2. Warenkorbabbruch
Startet eine Stunde nach dem Abbruch mit dem Warenkorb-Inhalt, Bild und Preis. Zweite E-Mail nach 24 Stunden mit Einwandbehandlung (Versand, Rückgabe, Bewertungen), dritte nach 48 bis 72 Stunden, optional mit Rabatt nur für Erstkäufer. Stammkunden bekommen keinen Rabatt. Anteil: 20 bis 30 %.
3. Post-Purchase
Beginnt nach dem Kauf: Danke und Erwartungsmanagement zur Lieferung, Pflege- oder Nutzungstipps zum gekauften Produkt, Cross-Sell nach Lieferung, Bewertungsanfrage nach angemessener Nutzungszeit. Aufgeteilt nach Erst- und Wiederkäufern. Anteil: 10 bis 15 %, plus deutlich höherer Lifetime Value.
4. Browse Abandonment
Für Besucher, die ein Produkt angesehen, aber nicht in den Warenkorb gelegt haben. Eine bis zwei E-Mails, zurückhaltend getaktet, mit dem angesehenen Produkt und Alternativen. Mit Frequenzbegrenzung, damit Stammkunden nicht genervt werden. Anteil: 5 bis 10 %.
5. Winback
Für Kunden, deren letzter Kauf länger zurückliegt als ihr übliches Kaufintervall. Klaviyo kann das Intervall pro Kunde berechnen. Zwei bis drei E-Mails: Neuheiten, ein persönliches Angebot, eine letzte Frage. Anteil: 5 bis 10 %.
6. Replenishment
Für Verbrauchsprodukte: Erinnerung, wenn das Produkt erfahrungsgemäß aufgebraucht ist, mit Nachbestell-Link. Für Food, Beauty und Supplements einer der stärksten Flows überhaupt. Anteil: je nach Sortiment 5 bis 20 %.
7. VIP-Flow
Für Kunden ab einem bestimmten Lifetime-Umsatz oder einer Anzahl Bestellungen. Anderer Ton, früherer Zugang zu Neuheiten, kleine Überraschungen statt Rabatte. Hält die wertvollsten Kunden, die oft 30 bis 40 % des Umsatzes bringen.
8. Bewertungsanfrage
Getrennt vom Post-Purchase oder als Teil davon: Zeitpunkt abhängig von Lieferzeit und Produkt. Bewertungen mit Bild erhöhen die Conversion auf der Produktseite und sind damit auch ein Akquise-Hebel.
Aufbau-Prinzipien, die den Unterschied machen
- Segmentieren statt Gießkanne: Erstkäufer, Wiederkäufer und VIPs bekommen unterschiedliche Inhalte und Angebote
- Rabatte nur gezielt: Nie im ersten Kontakt für Stammkunden, nie ohne Not
- Timing nach Daten: Kaufintervalle, Lieferzeiten und Öffnungszeiten aus Klaviyo, nicht aus dem Bauch
- Ein Ziel pro E-Mail: Eine Botschaft, ein Button
- Mobil zuerst: Über 70 % der Öffnungen sind mobil
- WhatsApp ergänzen: Für Warenkorb, Versandstatus und VIP mit deutlich höheren Öffnungsraten
Häufige Fehler
- Nur Warenkorb- und Willkommens-Flow aktiv, der Rest der Liste liegt brach
- Rabatt im ersten Willkommens-Mail an alle, auch an Bestandskunden
- Keine Frequenzbegrenzung: Browse- und Warenkorb-Flows feuern gleichzeitig
- Keine Unterscheidung von Erst- und Wiederkäufern im Post-Purchase
- Flows werden einmal gebaut und nie wieder angefasst; A/B-Tests fehlen
Was ein gutes Flow-Setup bringt
Mit sechs bis acht sauber gebauten Flows erreichen Shopify-Brands mit gepflegter Liste 20 bis 30 % ihres Umsatzes aus E-Mail und WhatsApp, ohne zusätzliches Werbebudget. Die ersten Effekte zeigen sich oft innerhalb von Tagen, der volle Effekt nach vier bis sechs Wochen. Welches Tool das am besten kann, liest du im Vergleich Klaviyo vs. Mailchimp.
Fazit
Flows sind die Grundlage jedes Retention-Marketings. Baue sie in der Reihenfolge Willkommen, Warenkorb, Post-Purchase, dann Browse, Winback, Replenishment, VIP und Bewertungen. Segmentiere nach Kaufhistorie, gib Rabatte nur gezielt und messe jeden Flow am Umsatz pro Empfänger. Dann wird aus deiner Liste ein zweiter Umsatzkanal.
Häufige Fragen
Drei: Willkommen, Warenkorbabbruch und Post-Purchase. Damit holst du den größten Teil des schnell erreichbaren Umsatzes. Danach lohnt sich der Ausbau auf sechs bis acht.