Die kurze Antwort
Eine Migration zu Shopify ist ein Projekt, dessen Aufwand von fünf Faktoren bestimmt wird: Datenmenge und -qualität, Umfang des neuen Designs, Zahl der nachzubauenden Funktionen, Schnittstellen zu ERP, Warenwirtschaft und Co. sowie SEO-Anforderungen. Kleine Shops sind in wenigen Wochen umgezogen, komplexe B2B-Setups brauchen drei Monate. Den Preis bestimmt der Umfang, nicht die Plattform.
Die Migration selbst ist selten das Teure. Teuer wird es, wenn Rankings verloren gehen, Daten fehlen oder der neue Shop schlechter konvertiert als der alte. Ein gutes Angebot verhindert genau das.
Die fünf Kostentreiber
1. Daten: Menge, Struktur, Qualität
500 Produkte mit sauberen Varianten sind an einem Tag importiert. 5.000 Produkte mit inkonsistenten Attributen, doppelten SKUs und Bildern in drei Formaten sind ein Bereinigungsprojekt. Dazu kommen Kunden, Bestellhistorie, Gutscheine und Bewertungen. Je älter das Quellsystem, desto mehr Bereinigung.
2. Design: Theme anpassen oder neu bauen
Ein angepasstes Theme aus dem Shopify-Store ist der schnellste Weg. Ein Custom Theme in Liquid, das auf Conversion gebaut ist, kostet mehr, bringt aber bei Brands im sechsstelligen Monatsbereich fast immer den größeren Hebel. Die Entscheidung sollte an der Conversion-Rate hängen, nicht am Budget.
3. Funktionen: Was muss nachgebaut werden?
Konfiguratoren, Abo-Modelle, Bundles, Staffelpreise, Kundengruppen, individuelle Versandregeln. Vieles geht heute nativ in Shopify oder per App, manches braucht Custom-Entwicklung. Eine Liste aller Funktionen des alten Shops, sortiert nach 'brauchen wir wirklich', spart den größten Teil des Budgets.
4. Schnittstellen
ERP, Warenwirtschaft, Fulfillment, Buchhaltung, PIM, Marktplätze. Für gängige Systeme gibt es Konnektoren, für individuelle Lösungen wird eine Schnittstelle gebaut. Dieser Punkt wird in Angeboten am häufigsten unterschätzt.
5. SEO
Jede alte URL braucht eine Weiterleitung auf die passende neue. Meta-Daten, strukturierte Daten, Sitemap und interne Verlinkung müssen übernommen werden. Bei Shops mit relevantem organischem Traffic ist das kein Nebenpunkt, sondern der wichtigste Teil.
Typischer Umfang nach Shopgröße
| Shopgröße | Typischer Umfang | Dauer |
|---|---|---|
| Klein (bis 300 Produkte, kaum Schnittstellen) | Datenimport, angepasstes Theme, Standard-Weiterleitungen | 3 bis 5 Wochen |
| Mittel (300 bis 3.000 Produkte, 1 bis 2 Schnittstellen) | Datenbereinigung, Custom Theme, Funktionen per App, vollständiges SEO-Mapping | 6 bis 10 Wochen |
| Groß/B2B (3.000+ Produkte, ERP, Kundengruppen) | Datenprojekt, Custom-Entwicklung, mehrere Schnittstellen, Testphasen | 10 bis 16 Wochen |
Das Angebot richtet sich bei uns nach diesem Umfang. Wir arbeiten nicht nach Schablone, sondern nach dem, was dein Shop tatsächlich braucht, und sagen auch, wenn ein Teil des alten Shops nicht mitmuss.
Versteckte Kosten, die in Angeboten fehlen
- Datenbereinigung: Wer unsaubere Daten 1:1 migriert, zahlt später doppelt
- App-Lizenzen: Funktionen, die vorher 'im System' waren, kosten auf Shopify eventuell eine App pro Monat
- Content: Produkttexte, Kategorietexte, Rechtstexte müssen oft neu strukturiert werden
- Schulung: Dein Team muss den neuen Shop bedienen können
- Parallelbetrieb: Für einige Wochen laufen beide Systeme, mit Kosten auf beiden Seiten
Die teuersten Fehler
- Keine Weiterleitungen: Rankings und Traffic brechen ein, Wiederherstellung dauert Monate
- Umzug während der Hochsaison: Ein Go-live im November ist ein Risiko ohne Not
- 1:1-Kopie: Der neue Shop übernimmt die Schwächen des alten, inklusive schlechter Conversion
- Fehlende Testphase: Bestellprozesse, Zahlarten, Versandregeln und Steuern müssen mit echten Testbestellungen geprüft werden
- Keine Bestellhistorie: Kunden ohne Historie sind für Retention-Marketing wertlos
So vergleichst du Angebote
Frag nicht nur nach dem Preis, sondern nach dem Leistungsumfang: Ist das URL-Mapping vollständig oder nur für die Top-Seiten? Werden Kunden und Bestellhistorie übernommen? Wie wird ohne Downtime umgeschaltet? Wer baut die Schnittstellen? Was passiert in den ersten vier Wochen nach dem Go-live? Ein Angebot, das diese Fragen nicht beantwortet, ist unvollständig, egal wie günstig.
Fazit
Eine Shopify-Migration kostet so viel, wie dein Shop komplex ist, und lohnt sich so sehr, wie der neue Shop besser verkauft. Wer den Umzug nur als Technikwechsel sieht, zahlt den Preis ohne den Nutzen. Wer ihn als Gelegenheit nutzt, Daten, Design und Prozesse zu verbessern, bekommt einen Shop, der schneller lädt, besser konvertiert und weniger Technikkosten verursacht.
Häufige Fragen
Zwischen drei Wochen für kleine Shops und rund vier Monaten für komplexe B2B-Setups. Der Mittelwert bei unseren Kunden liegt bei sechs bis zehn Wochen.